Bemerkenswertes aus 40 Jahren
 
   
   
         
  Diese Stories sind den eifrigen Lesern meiner Homepage gewidmet.  
   
 

Ich bin immer erstaunt, wieviele Menschen meine Artikel fast auswendig aus dem Gedächtnis wiedergeben können... 

übrigens besser als ich.

 
     
 

Im Laufe der ganzen Jahre der Zucht hat es immer wieder bemerkenswerte Menschen gegeben, deren Lebensstil, Liebe zu den Katzen, Berufe oder auch Einstellungen zum Leben uns zum Schmunzeln und Staunen  gebracht oder aber Eindruck auf uns gemacht hat. Welches dieser Kriterien auf die nachfolgenden Begebenheiten zutrifft, darüber mag sich der Einzelne gerne selbst ein Bild machen.

Namen, Orte und Besonderheiten, die eine Identifizierung der Person möglich machen könnten, sind zum Schutze der Privatsphäre natürlich bewusst nicht genannt bzw. geändert worden. Vielmehr habe ich zum Teil sogar Geheimhaltungsverträge unterschreiben müssen, da mir Namen, Wohnorte und die persönlichen Verhältnisse einiger bekannter Persönlichkeiten bekannt sind, die nicht der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden dürfen.

 
         
       
  Mr. America   
     
  Vor einigen Jahren bekam ich über die amerikanische Handelskammer eine Anfrage, ob ich Kitten hätte und auch bereit wäre diese zu "verschicken". Meine entrüstete Antwort war, dass ich kein Kitten "shippen" würde und sich ein Interessent bei mir persönlich sein/ihr Kitten abholen müsse. Egal, ob es der Kaiser von China oder Ms XYZ wäre. Danach dachte ich, dass ich nie wieder etwas von Ms XYZ hören würde, was mir auch ziemlich schnurz gewesen wäre.  
     
  Einige Tage später bekam ich einen Anruf von dem Privatsekretär dieser Dame, der mich mit eben dieser verband. Wir kamen intensiver ins Gespräch und es war ihre nette, leise und freundliche Stimme, die mich dann schliesslich sagen liess, dass ich bereit wäre, ihr mein Katerchen in die Staaten zu bringen, wenn sie es vorher besucht hätte. Dieser Besuch fand dann in einem Hotel in Frankfurt nahe dem Flughafen statt. Wir waren uns auf Anhieb sympathisch und das Katerchen ringelte sich gemütlich auf ihrem Schoß ein, um ein Nickerchen zu halten. Sie hat mir dann angeboten, 'Mr. America', nennen wir ihn mal so, in sein neues Zuhause zu begleiten, damit ich mir sicher sein könne, dass er gut aufgehoben wäre.  
     
  Einige Wochen später war es soweit. Mr. America hatte alle erforderlichen Impfungen, Tests und sonstigen Papierkram bekommen, so dass wir reisen konnte. Seine neue Besitzerin hatte mir am Flughafen Frankfurt ein Flugticket hinterlegen lassen, das ich dort erst abholte. Meine Überraschung war groß, dass wir First Class fliegen würden und für uns extra zwei Sitze gebucht waren. Nun, denn Luxus pur, den wir Mr. America und ich sehr genossen haben.  
     
  Das neue Zuhause von Mr. America war dementsprechend schön. Bei seiner Ankunft wurde er von seiner neuen Mommy empfangen und sein eigenes Zimmer direkt neben Mommy's Zimmer war mit allem ausgestattet, was ein kleines Katerherz sich so wünschen kann. Wir haben noch einige sehr nette und luxuriöse Tage miteinander verbracht, ehe ich dann nach good old Europe aufbrach. Inzwischen hatte sich Mr. America mit seiner "personal Nanny" (einem sehr netten jungen Tierarzt, der nur für Mr. America's Wohlbefinden angeheuert worden war) angefreundet.  
     
  Noch immer kommt mich Mr. America einmal im Jahr besuchen. Er wird meist von seinem Nanny-Boy begleitet und reist im Jet seiner Besitzerin an. Er liegt königlich-gelassen auf einem dunkelblauen Samtkissen, was natürlich wunderbar mit seinem Saphirhalsband harmoniert. Mr. America ist immerhin ein betagter Birmaherr von immerhin schon 15 Jahren, der den Luxus, in dem er lebt, wohlwollend zur Kenntnis nimmt. Dennoch ist er Mommy's Liebling und ganzer Stolz. Beide verbringen sehr viel Zeit miteinander und er begleitet sie überall hin. Ich glaube, dass er der am Weitesten gereiste Kater meiner Zucht ist.  
     
       
  Katzenschaukel inbegriffen  
     
  Eine wunderschöne, blonde, langhaarige Schönheit kam mit ihrem muskelbepackten Lebensgefährten zum Kittenbesuch bei meinen Eltern. Sie entschied sich für ein kleines Siammädchen und ein Birmamädchen. Sie war eine zärtliche Elfe, die die Kleinen knutschte und sie am Liebsten sofort mitgenommen hätte. Einen etwa komischen Eindruck machte nur ihr tätowierter Lebensgefährte und der große amerikanische Schlitten vor unserem Haus.  
     
    Um einen neuen Besuchstermin auszumachen rief sie einige Tage später an. Der Termin gestaltete sich etwas schwierig, da sie immer nur bis max. 17.00 h kommen konnte, weil dann gegen 20.00 h ihre "Schicht" beginnen würde. Meine Mutter fragte dann - eigentlich mehr aus Höflichkeit - ob sie im Krankenhaus arbeiten würde, woraufhin Elfchen in ein perlendes Lachen fiel. Sie meinte, sie würde meiner Mutter gerne beim nächsten Besuch von ihrem Job erzählen und dann auch Fotos davon mitbringen, damit sie sich ein Bild davon machen könne.  
     
  Meine Mutter war natürlich sehr gespannt und rätselte herum, was denn wohl ihr Job sein könne. Na ja, ein Model hätte ja wohl keinen Schichtdienst. Nun ja, der Nachmittag kam und dieses Mal kam sie ohne Mr. Muskel. Sie brachte einige sehr schöne, geschmackvolle Fotos mit, auf denen Sie zu sehen war..... bekleidet und unbekleidet. Sie war eine Stripteasetänzerin der besonderen Art, da ihre Show als Element ein Schaukelpferd beinhaltete. Von Haus aus, war sie eigentlich eine Sportlehrerin, die aber in ihrem etwas berufsfremden Metier deutlich mehr verdiente  als als kleine Lehrerin in einer Grundschule.

In den 70er Jahren hatten niveauvolle Stripteaseclubs Hochkonjunktur......

 
     
  Zugegebenermaßen war meine Mutter neugierig, wie diese Dame lebte und brachte die Kätzchen in ihr neues Zuhause im Rheinland. Von dem riesigen Haus wie auch dem geschmackvollen Interieur war sie begeistert. Aber strippen war dann wohl doch eher nicht das Ding meiner Mutter....

Die beiden Katzen sind steinalt geworden. Blue Bagheera ist mit 22 und Snowflake mit knapp 24 Jahren gestorben.

 
     
       
  Die passende Birmakatze  
     
  Wieder einmal war es Sommer und bei uns gab es wunderschöne kleine wuschelige Birmababies in blue, seal, red mit und ohne Tabby.  
     
  Eine sehr nette Dame aus Frankfurt rief mich an und interessierte sich für ein Kitten. Den Besuchstermin müsse sie aber erst mit ihrem Mann abstimmen, da dieser immer einen übervollen Terminkalender habe. Er war einer der Geschäftsführer einer großen in Frankfurt ansässigen Bank und seine Frau hatte keine Kinder. Daher hätte sie also viel Zeit für ein Kätzchen. Man kam in einem rasanten silbergrauen Porsche angerauscht. Die Kätzchen wuselten niedlich durchs Wohnzimmer und das Hauptgesprächsthema des Ehepaares war, welches Kätzchen denn besser zu der grauen Designercouch passen würde.  
     
  Meiner Meinung nach, sollten wir uns alle doch die Sache noch einmal überlegen und ein Kätzchen könnte ja einen Kratzer in das wunderschöne graue Leder der Couch machen. Zumindest so oder ähnlich waren meine Worte während ich sie freundlich, aber bestimmt, aus dem Haus geleitete. Am nächsten Morgen habe ich dann dort angerufen und abgesagt.  
     
  Frau X. konnte meine Beweggründe nicht nachvollziehen. Aber Geld haben und in gesichertem Umfeld leben heisst nicht, dass man als Besitzer eines meiner Kitten in Betracht kommt, wenn es ander sozialen Kompetenz fehlt.  
     
       
  Der Wechselkater  
     
  Cepetto's letzte Kitten waren etwas Besonderes. Nach dem Willen meiner Mutter wurde er kastriert, sobald ich einen würdigen Nachfolger hatte. Meine Mutter hatte zu Lebzeiten alle möglichen Eventualitäten und Wünsche besprochen für den Ernstfall.  
     
  Aus diesem letzten Wurf behielt ich ein Mädchen, das den Kosenamen "Zuckerschnecke" bekam. Einer ihrer Brüder sollte der Liebling der Familie eines Kinderarztes an einer großen deutschen Universität werden. Der kleine 5-jährige Sohn des Arztes hatte ihn ausgesucht und es war bei Beiden Liebe auf den ersten Blick. Rami durfte im Bett des Jungen schlafen und sie waren auch tagsüber unzertrennlich. Wo Dennis war, da war auch Rami.  
     
  So vergingen mehr als zwei Jahre, in denen ich von der Familie nichts hörte. Bis ich Ende November einen Anruf von Dennis Mutter erhielt, dass sie sich von ihrem Lebensgefährten getrennt hätten und der 7-jährige Dennis untröstlich sei, weil sein Vater Rami behalten hätte. Er war totunglücklich, weinte viel und hatte Schlafstörungen. Mit dem Vater war nicht zu reden. Er hatte seinen Sohn und die Mutter aus dem gemeinsamen Haus, das natürlich ihm gehörte, rausgeschmissen und der Kater musste dort bleiben.  
     
  Leider hatte ich zu dieser Zeit keine Kitten mehr abzugeben und eigentlich wollte Dennis auch nur seinen Rami zurück.  
     
  Es vergingen einige Wochen und ich hatte von Dennis und seiner Mutter nichts mehr gehört. Wir hatten vereinbart, dass ich mich im Frühling wieder melden würde, sobald ich Kitten hätte. Inzwischen war es eine Woche vor Weihnachten und ich bekam einen überraschenden Anruf. Der Kinderarzt meldete sich bei mir und verlangte, dass ich Rami zurücknehmen solle. Er wolle für ihn nichts haben, aber ich dürfe seiner früheren Partnerin nicht erzählen, dass er mir Rami wiedergäbe. Das habe ich ihm gerne versprochen und hinter dem Rücken meine Finger gekreuzt....  Seine neue Freundin sei wohl allergisch auf Katzen und seine neuen Schwiegereltern in spe kämen Weihnachten. Da sei der Kater absolut fehl am Platze und ob er ihn mir auch relativ schnell wiederbringen könne. Natürlich, kein Problem, aber bringen müsse er ihn mir schon. Am nächsten Abend stand er weder zerknirscht noch traurig vor meiner Tür. Er war nur erleichtert, dass er Rami los wurde. Ich habe ihn dann gefragt, warum er seinem Sohn das habe antun können. Er meinte dann nur, Dennis sei noch so jung, dass er schnell über den Verlust des Katers hinweg käme. Dennis bekäme zu Weihnachten einen tollen Papagei, den er dann immer bei ihm besuchen kommen könne. Seine Ex hätte  ja mehr von dem Kater als von ihm gehalten und daher solle sie auf gar keinen Fall den Kater bekommen. Ich habe ihm dann noch einen Rückkauf angeboten, aber er wollte nur, dass ich den Kater weitervermittle und er "dann aus der Nummer raus" sei.  
     
  Dennis und seine Mutter, die bei unserer Nachbarin gewartet hatten und deren Auto auch in der Garage der Nachbarin stand, warteten schon ungeduldig auf meinen Anruf.  Die Freude des kleinen Dennis und seines Katers waren herzerweichend. Der Kater schnurrte und putzte Dennis, der ihn an sich drückte und abküsste. Rami geht es sehr gut. Dennis ist inzwischen Medizinstudent, der mehr Herz als sein Vater hat, und der Senior Rami schläft noch immer neben ihm. Er hat auch den Wechsel vom Haus der Mutter in Dennis' Studentenbude vor 2 Jahren gut überstanden.  
     
     
       
         
     
  Fortsetzung folgt....  
     
     
       
     
     
   
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